Abdulkadir ALI GAMBO
AHMED*
Aïcha MAHMAT AHMAT
Aldom KAINTAR
Anatol GUNKEL
Balki IBRAHIM
Christiane Gregor
Clayton Valentín CHÚPATE
Eldrydd SMITH
Elisabeth STERN
Esther ATEM
Hermione GATTIBE TABO
Janina RIVERA
KHAN*
KLAUS*
Manfred FETTHAUER
Martin WEIER
Matthias BELLWALD
Monika RUNKEL
Na-ndoara ZEIN FADEL
Paul SCHUMACHER
Polly DI
Sadou BAH
Sebastian MÜLLER
USMAN
„Man muss mit der Natur leben, aber man darf sich nicht der Illusion hingeben, dass man die Natur beherrschen kann.“
Matthias Bellwald, Gemeinde- und Burgerpräsident von Blatten, erzählt vom Bergsturz, vom Heimatverlust und vom Wiederaufbau.
Matthias Bellwald ist Gemeinde- und Burgerpräsident von Blatten und selbst von der Evakuierung betroffen. Seine Geschichte erzählt von Heimatverlust, dem Wiederaufbau von Sicherheit und der Vision eines neuen Dorfs.
Matthias Bellwald erlebt den Berg- und Gletschersturz von Blatten zugleich als Gemeindepräsident und als selbst evakuierter Einwohner. Im Gespräch verbindet er die Erinnerung an den Schock mit der Frage, wie Sicherheit nach einer Katastrophe neu entstehen kann. Er spricht über konservative Gefahrenkarten, die starke Bindung an die Heimat, die Solidarität im Lötschental und den Wunsch, Blatten bis etwa 2029/2030 wiederaufzubauen.
Den Zusammenhang mit dem Klimawandel betrachtet Bellwald differenziert: Erwärmung sei ein relevanter Einfluss, zugleich müssten geologische, tektonische und glaziologische Faktoren gemeinsam untersucht werden. Aus der Katastrophe leitet er eine klare Haltung ab: Menschen müssen mit der Natur leben, Risiken ernst nehmen und natürliche Ressourcen bewusster nutzen.
Am 28. Mai 2025 erlebt Matthias Bellwald, wie eine Fels-Eis-Lawine einen großen Teil von Blatten zerstört. Als Gemeindepräsident trägt er Verantwortung für die Zukunft des Orts; als Einwohner teilt er mit vielen anderen die Erfahrung, evakuiert zu sein und vorläufig in einem fremden, möblierten Haus zu leben.
Bellwald spricht über den Schock, das verlorene Sicherheitsgefühl und die starke Bindung der Bevölkerung an ihre Heimat. Neue Gefahrenkarten begrenzen den Raum für den Wiederaufbau, sollen aber zugleich Vertrauen schaffen. Gemeinsame Feste, Vereine und die Rückkehr in noch intakte Häuser zeigen für ihn: Blatten ist nicht nur ein Ort, sondern eine Gemeinschaft.
Den Einfluss des Klimawandels auf die Katastrophe will Bellwald wissenschaftlich differenziert betrachtet wissen. Sein zentraler Gedanke ist dennoch klar: Menschen können Natur nicht beherrschen. Sie müssen Risiken ernst nehmen, präventiv handeln und mit natürlichen Ressourcen bewusster umgehen. Für das neue Blatten wünscht er sich ein Dorf mit alpinem Charakter, das erneuerbare Energien nutzt und möglichst energieautark wird.
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